Schmuggeln

1815-1918

Unbeweglich liegen drei Männer und zwei Frauen im Graben. Neben ihnen steht eine Holzkiste voll mit Butter. Ein wenig weiter stehen einige Jutesäcke mit Tabak und Lebensmitteln. Die Schritte der deutschen Grenzwächter nähern sich. Zum Glück verschwindet der Mond hinter den Wolken. Die Wächter gehen vorbei, ohne die Schmuggler zu erblicken. Sobald die Luft rein zu sein scheint, überqueren die Schmuggler mit ihren Schmuggelwaren die Grenze. Einige Zeit später werden in einem einsamen Bauernhof in Kranenburg Geschäfte getätigt.

Schmuggeln ist in einer Grenzregion infolge der Preisunterschiede zwischen zwei Ländern eine normale Aktivität. Im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) herrschte in Deutschland außerdem ein Mangel an allerhand Produkten. Der Schmuggel war sehr Gewinn bringend. Er war aber auch gefährlich! Regelmäßig kamen Schmuggler ins Gefängnis. Manchmal wurde geschossen, und wurden Schmuggler verletzt.

Eigenes Geld

Nach dem Krieg wurde der Schmuggel fortgesetzt, weil in Deutschland ein Mangel an allem herrschte. Dann ging es in Deutschland mit dem Geld schief. Gedrucktes Geld verlor jeden Tag an Wert. Eine Briefmarke kostete zwei Millionen Reichsmark! Das nennt man ‚Inflation‘. Die Grenzgemeinde Kranenburg fing an eigenes Geld zu drucken. Dieses Geld war wertbeständig. Auf den Banknoten stand sogar der Text des Schmugglerliedes ‚Mit dem Pöngel auf dem Nacken‘. Der Schmuggel war weiterhin Gewinn bringend. Die Gefahr nahmen die Schmuggler in Kauf.

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