Die Grenze mit Deutschland – Region Nimwegen

Im Osten der Provinz Gelderland beginnt das niederländische Flussdelta. Der Rhein strömt aus Deutschland, über das Gebiet Gelderse Poort, in die Niederlande und teilt sich dort in Waal, Niederrhein und IJssel. Dieses Flussdelta bildete vor zweitausend Jahren die Grenze des Römischen Reiches, den Limes. Durch die Anwesenheit der Römer gab es in der Grenzregion Handel und Wohlstand. Im frühen Mittelalter war das Rheindelta eine Machtbasis im riesigen Reich Karls des Großen, der nicht umsonst in Nimwegen eines seiner Schlösser gebaut hat. Nachdem Karl und sein Nachfolger Ludwig der Fromme verstorben waren, teilten dessen drei Enkel das Reich in drei Reiche auf. Die Grenze zwischen dem mittleren und dem östlichen Reich verlief etwa entlang der heutigen niederländisch-deutschen Grenze. Im elften Jahrhundert entstanden am Westufer des Rheins, im heutigen Deutschland, die Grafschaften Gelre und Kleve. Gelre dehnte sich schon bald in nördliche und westliche Richtung aus. Im Jahr 1247 kam auch die Stadt Nimwegen in den Besitz des Grafen von Gelre. Jahrhundertelang war Nimwegen die mächtigste Stadt von Gelre.

Mit dem Nachbar Kleve waren die Grafen und Herzöge von Gelre regelmäßig verfeindet. Ihnen waren die Klever Enklaven in den Gebieten Liemers und Betuwe ein Dorn im Auge: Klever Hoheitsgebiete im Territorium von Gelder. Im Jahr 1502 versuchte der Herzog Karl von Gelre vergeblich die Enklave Huissen zu erobern. Dass das nicht gelang, wird in Huissen noch jedes Jahr als Sieg gefeiert. Erst 1816, nach der Entstehung des Königreichs der Niederlande, wurden die Klever Enklaven endgültig den Niederlanden hinzugefügt. In der Geschichte wurden Gelre und Kleve während vier Jahren durch einen Herzog vertreten: Wilhelm von Kleve. Nach dem Vertrag von Venlo aus dem Jahr 1543 musste Wilhelm das Herzogtum Geldern jedoch dem Kaiser Karl V. übertragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in den Niederlanden Stimmen laut, als Genugtuung für den erlittenen Schaden Teile von Deutschland einzuverleiben. Das führte dazu, dass 1949 Elten und ein Teil von Suderwick der Provinz Gelderland hinzugefügt wurden. Vierzehn Jahre später wurden beide Dörfer jedoch wieder an Deutschland zurückgegeben.

Teile diese Seite auf sozialen Medien: