Die Butternacht des Jahres 1963

Foto: Joop van Bilsen / Aenfo - Nationaal Archief, archiefinventaris 2.24.01.03 bestanddeelnummer 903-3274

Grenzverschiebung in Elten und Tüddern

Nach dem Zweiten Weltkrieg annektierten die Niederlande einige deutsche Gebiete, unter anderem die Orte Elten und Tüddern. In der Nacht zum 1. August 1963, genau um 00.00 Uhr, sollten die Dörfer wieder deutsches Hoheitsgebiet werden. Diese Übertragung hatte einige besondere Auswirkungen. Die Zeitung “Limburgs Dagblad” beschrieb Elten im Juli 1963 als “ein kolossales Lager voller Lebensmittel”. In den Straßen wurden große Lastkraftwagen abgestellt. Plötzlich stand auffallend viel Vieh in den Weiden. Der ganze Kinosaal war mit Kartons mit Konservenbüchsen gefüllt. Denn nach 00.00 Uhr würden alle diese Waren zollfrei sein. Das heißt, falls es gelingen sollte…

Die deutschen Behörden meldeten, dass sie höchste Acht geben würden. Als die Uhr 12 geschlagen hatte, machten sie jedoch nichts. Insgesamt verließen am 1. August 4.270 Tonnen Waren das Dorf Elten. Mit der Übertragung von Elten und Tüddern durch die Niederlande an Deutschland sparten kluge Händler Einfuhrzölle in Höhe von 40 bis 50 Millionen Gulden ein. Später wurde diese Nacht unter dem Namen ‘Butternacht’ bekannt. Es war der größte nichtillegale Schmuggel in der Geschichte von Gelderland.

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